Vision 2022: Chips, Gaia-X und mehr Themen, über die ich nachdenke RNT | RAUSCH Blog (2024)

Lesedauer 4 Minuten

Ich wünsche Ihnen ein glückliches und gesundes Neues Jahr. Ich habe die Zeit zwischen den Jahren genutzt, um meine Kräfte zu regenerieren und auch über die Erwartungen an das Jahr 2022 für unser Unternehmen und unsere Wirtschaft nachzudenken.

Was wird uns das Jahr 2022 bringen?

Ich brauche keine Kristallkugel, um zu sehen, dass eine der größten Herausforderungen für unsere Branche die mangelnde Verfügbarkeit von Halbleitern bleiben wird. Dieser wesentliche Bestandteil vieler elektronischer Geräte ist das Gehirn der gesamten modernen Technologie. Bei RNT Rausch entwerfen und produzieren wir Hardware, um Softwarelösungen zu ermöglichen. Daher werden auch wir weiterhin von der weltweiten Knappheit von Mikrochips betroffen sein, da diese für unsere Innovationen von essenzieller Bedeutung sind und wir unseren Partnern und Kunden diese Lösungen auch im Jahr 2022 termingerecht liefern möchten. Wir haben zwar noch einen gewissen Spielraum, müssen uns aber darum kümmern, unsere bestehenden Lösungen rechtzeitig und ohne viele Änderungen im Design zu realisieren – ironischerweise zu einer Zeit, in der die Nachfrage besonders groß ist.

Als Unternehmen ist RNT Rausch wohl in einer leicht vorteilhaften Position, da wir unsere Lagerbestände mit langen Vorlaufzeiten geplant haben, und somit nicht allzu sehr von just-in-time Lieferungen abhängig sind. Allerdings sieht es zurzeit nicht so aus, als würden sich die derzeitigen Produktions- und Lieferengpässe schnell auflösen; ich erwarte jedoch eine kleine Verbesserung der aktuellen Situation bis Ende des Jahres. Da wir – wo immer es möglich war – seit jeher bewusst Komponenten in Deutschland beschafft und produziert haben, sind wir generell etwas weniger abhängig von der globalen Lieferkette. Allerdings werden die Halbleiter, die wir für unsere Lösungen benötigen, nicht in Europa hergestellt, und die Pandemie offenbarte die Unzulänglichkeiten und Probleme der globalen Lieferketten und just-in-time-Lieferungen. Wir sehen, dass sich in einigen Teilen der Welt die Frachtcontainer in den Seehäfen immer noch stapeln und wir haben pandemiebedingt geschlossene Häfen gesehen, was zu steigenden Preisen und verzögerten Lieferzeiten führte. Wir können nur hoffen, dass es nicht wieder zu einem ähnlichen Debakel kommt wie mit dem Containerschiff „Ever Given”. Sechs Tage lang blockierte es den Suezkanal und brachte den weltweiten Schiffsverkehr praktisch zum Stillstand.

Meine Schlussfolgerungen

Wie die meisten Unternehmer glaube ich an die freie Marktwirtschaft. Ich habe zwar weder besonderes makroökonomisches noch politisches Wissen, aber ich denke es ist erwähnenswert, dass ein Mangel an Halbleitern nicht nur eine Frage von Produktionsverzögerungen für die Unterhaltungselektronik oder den Automobilsektor ist. Es gilt, die realen Risiken für die Cybersicherheit zu berücksichtigen.

Das offensichtlichste Beispiel, das mir einfällt, sind Mikrochips, die für sicheren Zahlungsverkehr, Erstellung elektronischer Identitäten, Datentransaktionen oder zur allgemeinen Sicherheit in Datenzentren benötigt werden. Eine Frage, die mich ebenso beschäftigt ist: Was passiert, wenn die weltweite Verknappung zu einem verstärkten Einsatz von gefälschten Komponenten führt?

Meiner Meinung nach lohnt es sich, über den Ausbau bestimmter Fachkompetenzen und den Ausbau von Produktionsstätten in Europa zu sprechen. Ein solches Vorhaben, das im Zeichen der Notwendigkeit der Geschäftskontinuität und von Sicherheitsinteressen initiiert wird, erfordert jedoch mehr als bloße Absichtserklärungen. Es handelt sich um ein äußerst komplexes Unterfangen, das eine Zusammenarbeit von Forschung und Entwicklung über die gesamte Lieferkette hinweg ebenso bedingt, sowie es Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro erfordert. Es ist daher sehr ermutigend zu sehen, welche starken wirtschaftlichen und geopolitischen Signale die Europäischen Union setzt, um die Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität durch den European Chips Act zu erhöhen, wie sie Ursula von der Leyen im September 2021 in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union angekündigt hat.

Besonders beeindruckt bin ich von Unternehmen und Organisationen, die auf diesem Gebiet bereits Projekte realisiert haben:

  • Bosch hat im Juni 2021 das erste digitalisierte Mikrochipwerk Europas mit einem Produktionsschwerpunkt auf Halbleiter für den Automobilbedarf in Dresden eingeweiht.
  • Infineon eröffnete im September 2021 zudem seine Hightech-Mikrochipfabrik für Leistungselektronik.

Diese und andere Beispiele von Unternehmen und europäischen Organisationen, die bereits Tatsachen schaffen, inspirieren mich.

Bei RNT Rausch haben wir ein besonderes Interesse an der Mission von Gaia-X, ein von der EU initiiertes Projekt zur Entwicklung einer europäischen Dateninfrastruktur der nächsten Generation. Im Jahr 2022 ist es unser Ziel, Mitglied des deutschen Gaia-X Hubs zu werden, um zu Innovation, Transparenz und Offenheit in der Branche sowie zur Emanzipation und Unabhängigkeit der europäischen Dateninfrastruktur beitragen zu können. Ich glaube, dass eine europäische Alternative zu den überwiegend amerikanischen Hyperscalern unerlässlich ist.

Meine großen Erwartungen für das Jahr 2022

Wir alle sind müde von der Pandemie, unserer eingeschränkten Freiheit und den Auswirkungen, die sie auf unsere Seelen, die Wirtschaft und sogar die Politik hat. Dennoch gibt es Dinge, die mich in diesem Zusammenhang hoffnungsvoll stimmen, besonders wenn ich auf mein Heimatland blicke. Deutschland ist zwar nicht gerade dafür bekannt, die digitale Revolution anzuführen. Aber die Nebenwirkungen der Pandemie – räumliche Enge, Homeoffice und starke Kontaktbeschränkungen bei persönlichen Treffen – haben die Bemühungen um eine #digitaletransformation stark vorangetrieben und sind inzwischen zu einer Priorität für Unternehmen, Gemeinden und öffentliche Einrichtungen geworden. Dies führt zu einem deutlich wachsenden Interesse an Prozessen, Lösungen, Technologie und digitaler Kompetenz, die diesen Wandel sowohl fördern als auch unterstützen. Ich beobachte die Bemühungen darin, neue Wege zu beschreiten, die wiederum die Türen für Cloud- und Hybridlösungen öffnen. Apropos Nebeneffekte: Ich hoffe, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis 5G und eine verbesserte Internet- und Mobilfunkabdeckung in Deutschland mangelnde Verbindungen der Vergangenheit angehören lassen. Ich kann es kaum erwarten, diese Entwicklung im Jahr 2022 und darüber hinaus zu unterstützen und zu fördern.

Ich hoffe, dass Sie alle ausgeruht, gesund, fröhlich und voller Ideen, die unser Leben verbessern werden, ins Jahr 2022 gestartet sind.

Sebastian

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